Strategien zur finanziellen Absicherung im Alter

Die Deutschen verlassen sich zu sehr auf die staatliche Rente. Ein Fehler, der im Alter vielen zum Verhängnis werden könnte. Daher stellen wir Ihnen einige Strategien vor, wie Sie sich privat um die finanzielle Absicherung im Alter kümmern können.

Wer nicht handelt geht ein hohes Risiko ein

Laut einer Studie des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) sorgen ca. 42% der Deutschen privat nicht vor und nehmen die Absicherung im Alter auf die leichte Schulter. Im internationalen Vergleich leben die Deutschen relativ unbeschwert. Und dies, obwohl rund die Hälfte aller Bürger im Alter eine gesetzliche Rente von unter 50% ihres heutigen Einkommens erwarten.

Hier sehen Sie, wie sich die mangelnde Vorsorge in den einzelnen Bundesländern verteilt:

Damit haben noch längst nicht alle die Problematik und Notwendigkeit der Vorsorge im Alter erkannt. Wer ausschließlich auf die staatliche Rente vertraut, wird seinen Lebensstandard nach Austritt aus dem Erwerbsleben kaum halten können. Im schlimmsten Fall droht sogar Altersarmut.

Dabei mangelt es sicher nicht an geeigneten Vorsorgeprodukten für die Absicherung im Alter. In vielen Fällen profitieren Sie sogar von einer weitreichenden staatlichen Förderung. Und je früher Sie sich mit dem Thema Altersvorsorge auseinandersetzen, desto länger ist Ihre Ansparphase und letztlich auch Ihr Vorsorgekapital.

Aber Vorsicht: Leider ist es so, dass gerade für diejenigen, für die eine private Vorsorge am wichtigsten wäre, nämlich die Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen, diese auch ungeahnte Schwierigkeiten bereit hält. Rentner mit sehr niedriger Rente können nämlich eine staatliche Grundsicherung beantragen, auf diese werden aber sämtliche Vorsorgeprodukte angerechnet. Da die Grundsicherung auf Sozialhilfeniveau liegt, ergeben sich durch die Verrechnung der privaten Vorsorge kaum Vorteile. Und das obwohl der Versicherungsnehmer unter Umständen Jahrzehnte in seine Altersvorsorge eingezahlt hat.

Wenn Sie eine unabhängige Meinung zum geplanten Vorsorgeprodukt hören wollen, kann Ihnen ein unabhängiger Finanzberater weiterhelfen. Dieser ist nicht an bestimmte Anbieter gebunden und somit nur auf die finanziellen Vorteile des Kunden bedacht.

Riester-Rente – Zusätzliche Absicherung für Arbeitnehmer

Jeder Arbeitnehmer kann sich für einen staatlich geförderten Riester-Sparvertrag entscheiden. Dieser kann bereits für 60 Euro im Jahr abgeschlossen werden. Sie profitieren von beachtlichen Förderungen und Steuervergünstigungen.

Und wie man an den Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sehen kann, wird das Angebot einer Riester-Rente zunehmend angenommen:

Als Versicherungsnehmer steht Ihnen eine staatliche Zulage von jährlich 154 Euro zu. Haben Sie zudem ein Kind, für welches Sie Anspruch auf Kindergeld haben, bekommen Sie weitere 185 Euro. Für alle ab 2008 geborenen Kinder gibt es sogar 300 Euro.

Sind Sie bei Vertragsabschluss noch keine 25 Jahre jung, erhalten Sie gar einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro.

Diese Art der Absicherung geht zusätzlich noch mit Steuerersparnissen einher. Anrechenbar ist jährlich ein Betrag von bis zu 2.100 Euro. Jedoch: Der Anspruch auf Zulagen wird von der Steuerersparnis wieder abgezogen. Das Finanzamt prüft, ob der Steuervorteil höher ist als die individuelle staatliche Zulage. Sofern dem so ist, bekommen Sie die Differenz per Steuerrückzahlung. In der Auszahlungsphase ist die Riester-Rente mit dem vollen individuellen Steuersatz zu versteuern.

Hier noch einmal die staatlichen Zulagen auf einen Blick:

Versicherungsnehmer 154 Euro
1 Kind 185 Euro
1 Kind (nach 2008 geboren) 300 Euro
Versicherungsnehmer unter 25 200 Euro zusätzlich (einmalig)

Rürup-Rente – Absicherung für Freiberufler und Selbständige

Zur Absicherung im Alter ist für Freiberufler und Selbstständige die Rürup- bzw. Basis-Rente geeignet. Eine Riester-Rente darf diese Berufsgruppe nämlich nicht abschließen. Im Vergleich zu ihrem Pendant bringt sie deutlich höhere Steuervorteile.

So können Sie pro Jahr bis zu 20.000 Euro – Verheiratete sogar bis 40.000 Euro – steuerlich begünstigt anlegen. Während der Einzahlphase steigt der Umfang der Steuervergünstigungen jährlich an. Ab dem Jahr 2025 können Sie so 100% der Rürup-Beiträge als Sonderausgaben geltend machen. Gerade Menschen mit hoher Steuerlast können auf diesem Weg ihr zu versteuernden Einkommen deutlich schmälern.

Hier ein Überblick über die maximalen von der Steuer absetzbaren Beträge bis 2025:

Auch diese Form der Absicherung im Alter muss mit Rentenbeginn versteuert werden. Ab 2040 unterliegt die Rente zu 100% dem persönlichen Steuersatz. Die Basisrente hat den Vorteil, dass sie nicht von der Abgeltungssteuer betroffen ist und auch im Falle von Hartz-IV geschützt ist.

Wohneigentum – Das Rentenalter im Eigenheim verbringen

Auch die eigenen vier Wände können als Absicherung im Alter fungieren. Denn Studien zeigen, dass Immobilienbesitzer im Alter durchschnittlich wohlhabender sind als Mieter. Es ist davon auszugehen, dass sich gut situierte Immobilien in wirtschaftlich wachsenden Regionen noch auf Jahrzehnte als mindestens wertstabil erweisen. Ferner können Sie so der Geldentwertung entfliehen. Achten Sie beim Kauf vor allem auf die Lage.

Zudem spart mietfreies Wohnen einem Single durchschnittlich monatlich etwa 530 Euro, einem Zwei-Personen-Haushalt sogar 632 Euro.

Die klassische Lebensversicherung

Die Absicherung im Alter ist in den letzten Jahren insbesondere mit einer Lebensversicherung vorgenommen worden. Der Vorteil ist gleich doppelt: Finanzieller Schutz für Angehörige im Todesfall und Absicherung im Alter durch Kapitalauszahlung im Erlebensfall.

Auch wenn die Lebensversicherung als sehr sicher gilt, hat sie zuletzt stark an Bedeutung verloren. Geschuldet ist dies insbesondere der niedrigen Verzinsung, die sich aktuell auf 1,75% beläuft.

Trotzdem gehört laut Deutschem Sparkassen- und Giroverband (DSGV) die Lebensversicherung immer noch zu den beliebtesten Altersvorsorgeprodukten:

Aktien und Fonds – Die unterschätzte Variante

Die eigene Alters-Absicherung an der Börse zu erwirtschaften ist für viele undenkbar. Ein Fehler, denn trotz zeitweiser heftiger Kursschwankungen bieten Immobilienfonds-Anteile, Zinspapiere und Aktien attraktive Renditechancen. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich keine Anlageklasse so positiv entwickelt hat, wie Aktien.

Achten Sie bei der Anlage aber auf eine breite Streuung. Sofern Sie sich für einen Fonds entscheiden, ist dies auf jeden Fall gewährleistet.

Lassen Sie sich beraten

Angesichts der stetig sinkenden Renten sollten Sie die Absicherung im Alter anhand eines Vorsorgeproduktes frühzeitig in Angriff nehmen. Welchem Produkt Sie letztlich Ihr Vertrauen schenken sollen, hängt in erster Linie von Ihren eigenen Präferenzen ab. Lassen Sie sich aber auf jeden Fall unabhängig beraten, damit Sie einen Überblick über Ihre Möglichkeiten bekommen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Kommentare

Kommentare

Powered by Facebook Comments

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>