Lohnt sich Tagesgeld Hopping?

Vor allem in Zeiten sinkender Zinssätze aufs Tagesgeld sind die Anleger natürlich besonders auf der Suche nach Alternativen, um noch so viel Rendite wie möglich durch ihr Geld zu bekommen. Als sehr gute Option gilt für manche Experten dabei das sogenannte Tagesgeld Hopping, bei dem sich der Sparer auf die Suche nach den besten Zinssätzen macht. Doch was genau ist eigentlich Tagesgeld Hopping – und lohnt sich das?

Zinsschwankungen nutzen und flexibel sein

Die Zinsen aufs Tagesgeld sind ständigen Schwankungen unterworfen. Fast täglich gibt es Berichte über Anpassungen der Sätze von wenigstens einer Bank. Die Banken orientieren sich bei der Verzinsung des Geldes dabei am Zinssatz der Europäischen Zentralbank EZB, den Leitzins.

Neukunden, die zum ersten Mal ein Tagesgeldkonto bei einem Geldhaus eröffnen, erhalten oft gute Konditionen für eine geraume Zeit garantiert, bevor ihr Zinssatz auf den der Bestandskunden herabsinkt. Die Idee des Tagesgeld Hopping lautet, immer zu dem Finanzinstitut weiterzuziehen, das aktuell die besten Zinssätze offeriert. Wenn man zum Beispiel erfährt, dass ein Tagesgeldkonto der Hanseaticbank ein besonders gutes Angebot unterbreitet, dann zieht man sein Geld von seinem aktuellen Finanzinstitut ab und eröffnet dort ein Tagesgeldkonto. Findet man ein besseres Angebot, dann zieht man weiter. Begünstigt wird diese Strategie dadurch, dass es keine Kündigungsfrist für Tagesgeld gibt und dass die Kontenverwaltung in aller Regel umsonst ist. Interessant ist die Taktik vor allem in Zeiten, wenn der Zins hoch ist, so wie noch bis vor kurzem:

Lohnt sich Tagesgeld Hopping?

Tagesgeld Hopping erfordert also nur einen gewissen Verwaltungsaufwand, doch die entscheidende Frage lautet: Zahlt sich diese Strategie aus? Die Antwort muss geteilt ausfallen: Bei einer geringen Summe ist der Aufwand zu groß: Wenn man 200 Euro anlegt und durch das Hopping einen Zinsgewinn von 0,5 Prozent schafft, erhält man aufs Jahr gesehen gerade einmal zehn Euro mehr. Bei vielen Banken, die gute Zinssätze anbieten, kann man aber eine so kleine Summe nicht investieren, weil diese eine Mindesteinlage im vierstelligen Bereich verlangen.

Je größer jedoch die Summe wird, desto sinnvoller wird auch das Hopping. Legt man nicht 200, sondern 100.000 Euro an und findet ein halbes Prozent mehr, so steigt die Rendite um 500 Euro. Das Problem: Gerade beim derzeitigen Zinsniveau, das nach Expertenmeinung noch einige Zeit erhalten bleiben dürfte, ist es schwierig, wirklich bessere Tagesgeldangebote ausfindig zu machen. Zudem muss man sich für geraume Zeit von seinem Geld trennen, um eine nennenswerte Rendite zu erwirtschaften. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoller, sein Geld in Festgeld zu investieren, dessen Spitzenangebote derzeit deutlich über Tagesgeldniveau liegen. Das Tagesgeld Hopping ist also nur sinnvoll, wenn man genau rechnet.

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