Es gibt zahlreiche Möglichkeiten der staatlichen Familienförderung

Noch nie wurden in Deutschland so wenige Kinder geboren wie im letzten Jahr. Dabei sichern Kinder die Zukunft eines Landes und der Staat bietet insbesondere Familien mit Kindern weitreichende Hilfen an. Schließlich fungiert eine Familie immer noch als ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Sie hält sozusagen die unterschiedlichen gesellschaftlichen Strömungen zusammen und vermittelt zudem dem Nachwuchs die nötigen Normen und Werte. Der Staat weiß das und honoriert dies mit familienpolitischen bzw. unterstützenden Leistungen in Form von finanziellen Hilfen und anderweitigen Unterstützungsangeboten.

Deutschland setzt auf steuerliche Vorteile für Familien

Es gibt über 150 verschiedene Leistungen für Familien rund um Kindergeld oder -zuschlag, Elterngeld oder Mutterschaftsgeld. Sie müssen sie nur alle kennen und wissen, wo sie beantragt werden können. Fragen Sie mal Ihren Steuerberater, wie groß die Vielfalt der Möglichkeiten ist. Denn Deutschland setzt im Gegensatz zu vielen anderen Ländern vorzugsweise auf die Trumpfkarte „steuerliche Vergünstigungen“. Immerhin rund ein Drittel aller familienpolitischen Leistungen können so beim Fiskus geltend gemacht werden.

Innerhalb der jährlichen Steuerklärung können Sie verschiedene Freibeträge oder beispielsweise die Kosten für die Kinderbetreuung gegenrechnen und so Ihre Steuerlast entsprechend mindern. Alleinerziehenden und Geringverdienern wird hier ein zusätzlicher Bonus in Form von staatlichen Zuschüssen und Steuererleichterungen eingeräumt.

Das Kindergeld können Sie sogar doppelt nutzen. Zum einen können Sie die Bewilligung bei der Familienkasse beantragen und erhalten bei einem positiven Bescheid jeden Monat eine entsprechende Summe, zum anderen können Sie in der Steuererklärung die „Steuerfreistellung des Existenzminimums eines Kindes durch Kindergeld als Steuervergütung“ anzeigen.

Einkommensschwache Familien werden vom Staat geschützt

Mit insgesamt rund 46 Milliarden Euro unterstützt der Fiskus respektive der deutsche Staat die Familien. Durch das so genannte Ehegattensplitting wird zudem ein vergünstigter Steuersatz auf das Einkommen ermöglicht. 20 Milliarden Euro lässt sich der Staat diese Vergünstigung kosten. Kaum bekannt ist dagegen eine eher „verdeckte“ Leistung des Staates: Dieser übernimmt nämlich die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung weiter, wenn ein Elternteil sich eine Kindererziehungszeit nimmt.

Das Modell „Elterngeld“, welches das alte System „Erziehungsgeld“ ersetzt hat, verschlingt fast fünf Milliarden Euro. Hier müssen Sie sich aber genau erkundigen. Der Zuständigkeitsbereich ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Einmal ist das Jugendamt zuständig, dann gibt es demgegenüber so genannte Elterngeldstellen in den städtischen Rathäusern.

Der Gesetzgeber hält zudem seine „finanzielle“ Hand schützend über Geringverdiener oder Alleinerziehende. Bei Letzteren kommt es oft vor, dass kein Unterhalt gezahlt wird. Dann springt der Staat ein und zahlt einen Unterhaltsvorschuss, um die finanziellen Nöte auszugleichen. Weitere diesbezügliche Unterstützungsleistungen beziehen sich gesondert auf einkommensschwache Familien: Wohngeld, Heizkostenerstattung oder beispielsweise die Zuschüsse für Bildung, Vereinsaktivitäten oder Kinderfreizeiten sind hier die gängigsten Varianten.

Auch bei der Sozialversicherung greift der deutsche Staat ein. Die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung, Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung werden bei Bedarf von den entsprechenden Ämtern übernommen. Es besteht auch die Möglichkeit, Familienmitglieder kostenlos mitversichern zu lassen. Wenn Sie Probleme mit Ihren Sprösslingen haben sollten, bietet der Staat zusätzliche Leistungen wie Beratungsgespräche, Gruppentherapien etc. an. Je nach Einkommen werden die Kosten hier teilweise übernommen.

In Zukunft kommt eventuell noch das Betreuungsgeld hinzu, dies muss sich aber noch entscheiden, da das Betreuungsgeld mehr als umstritten ist und bei der Fülle an Zuschlägen, Vergünstigungen und Förderungen für Eltern etwas zu sehr nach rein politischem Geplänkel aussieht.

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