Die Folgen der Finanzkrise sind auch in Deutschland zu spüren

Die Ursachen und Folgen der Finanzkrise sind ein strittiges Thema. Während die einen von einer Verkettung unglücklicher Umstände sprechen, ist es bei den anderen das Versagen von Banken, Aufsichten und Staat. Hinzu kommen die steigende Verschuldung von Privathaushalten, das exponentielle Wachstum im Finanzsektor, dem kaum mehr reale Werte gegenüberstehen, und der zugehörige Mangel an Regulierungen.

Mittlerweile sind sich Analysten zumindest in dem Punkt einig, dass mehrere Ursachen zugleich in Frage kommen, nur deren Gewichtung und der Umgang mit den Folgen der Finanzkrise bleibt weiterhin offen. Fakt ist jedoch, dass die Risiken vieler Finanzprodukte wie beispielsweise von Asset Backed Securities (Erläuterungen finden Sie im Glossar der Deutschen Bundesbank) sowohl ignoriert als auch verschleiert wurden. In diesem Zusammenhang müssen auch Ratingagenturen kritisiert werden, die diesen Produkten beste Bewertungen erteilten, was den Zustand noch verschlimmerte.

Wie macht sich die Finanzkrise in Privathaushalten bemerkbar?

Die Folgen der Finanzkrise treffen bei Privatpersonen vor allem die Sparer. Dies liegt an den von der europäischen Zentralbank immer weiter herabgesetzten Leitzinsen. Konkret lässt sich das vor allem an Produkten wie Tages- und Festgeldkonten ablesen, deren Zinssätze sich auf einem Tiefstand befinden. Zinssätze von 2 Prozent oder weniger versetzen Anleger ins Grübeln, denn manche Angebote taugen nicht einmal mehr zur Geldaufbewahrung mit Inflationsausgleich. Im Klartext: Der Wert des Geldes sinkt trotz Anlage.

Den Folgen der Finanzkrise lässt sich aber auch etwas Positives abgewinnen. Die Zinsen bei Krediten waren lange nicht mehr so günstig wie im Moment. Vor allem bei den Bauzinsen hat sich das in jüngerer Vergangenheit bemerkbar gemacht. Nicht umsonst sprechen Experten von einem historischen Zinstief. Angehende Bauherren legen daher auch Wert auf möglichst lange Zinsbindungsfristen, um von diesem Vorteil möglichst lang profitieren zu können. Dieser eigentliche Vorteil der Finanzkrise birgt aber das Risiko einer „Immobilienblase“, wie die Welt unter Berufung auf Aussagen des Finanzchefs des Allianz-Konzerns berichtet (siehe www.welt.de/print/die_welt/finanzen).

Viele Fachleute gehen davon aus, dass die wirklich schweren Folgen der Krise erst die deutsche Wirtschaft treffen, wenn alle Hilfsversuche für die bedrohten Staaten scheitern. Daher sollte man schon frühzeitig vorsorgen, um die Auswirkungen der Finanzkrise abzumildern. Denn sollten weitere Folgen der Krise Deutschland treffen, können diese schnell Konsequenzen wie dramatisch steigende Arbeitslosenzahlen durch den Einbruch der Wirtschaft nach sich ziehen.

Stabilisierungsversuche in Zeiten der Eurokrise

Die Finanzkrise wird vor allem hierzulande auch als Eurokrise bezeichnet. Ein Begriff, der eng mit dem Schicksal Griechenlands verbunden ist, dessen laxe Buchführung mit zu den Gründen dieser Krise gezählt wird. Denn hier wurden die tatsächlichen Haushaltsdefizite lange Zeit verschleiert, was das Land an den Rand eines Staatsbankrotts führte.

Um diese Folgen der Finanzkrise abwenden zu können, wurde die Hilfe der EU erbeten. Griechenland ist jedoch kein Einzelfall, denn auch Irland und Portugal hatten bzw. haben noch immer mit hohen Staatsschulden zu kämpfen, derer sie allein nicht Herr zu werden scheinen. Zu diesem Zweck wurden Hilfen aus dem IWF (Internationaler Währungsfonds) beantragt und die sogenannten Rettungsschirme EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) und der ESF (Europäische Stabilitätsmechanismus) gegründet, die die Staatsinsolvenzen abzuwenden sollen.

Vor allem letztere stehen in dauerhafter Kritik, auch wenn durch sie die betroffenen Länder durch die umstrittene Vergabe von Notkrediten zumindest vorerst stabilisiert werden konnten. Die Meinungen, ob es sich dabei um den richtigen Weg handele, gehen nach wie vor weit auseinander und ein Königsweg, mit dem sich die Folgen der Finanzkrise unter Kontrolle bringen lassen, steht noch immer aus.

Bilden Sie sich Ihre eigenen Meinung: unter tagesschau.de finden Sie ausführliche Informationen darüber, wie der ESF Europa aus der Krise führen soll.

Weitere Folgen sind nicht absehbar

So lang die Finanzkrise Europa und die Welt auch schon beschäftigt: ein Ende ist bisher nicht abzusehen. Und auch die letztendlichen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft beruhen größtenteils auf Spekulationen. Es bleibt also nur abzuwarten und zu hoffen, dass die spürbaren Nachwirkungen für die privaten Haushalte in Deutschland möglichst glimpflich verlaufen und die Finanzkrise in naher Zukunft ein Ende findet, so dass wieder Ruhe einkehrt in die Finanzmärkte und den Lebensalltag Europas und der Welt.

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