Altersarmut durch Minijobs – Besonders Frauen sind betroffen

Das Modell der Minijobs in Deutschland erweist sich immer mehr als Risiko für Altersarmut. Wer lange Jahre als Minijobber arbeitet, erwirbt damit nur sehr geringe Rentenansprüche, die auf keinen Fall ausreichen, um im Alter damit den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Da insbesondere Ehefrauen und Mütter Minijobs ausüben, weil sie besser mit Familie und Haushalt zu vereinbaren sind, birgt diese Art der Beschäftigung für sie ein hohes Armutsrisiko im Alter.

Rentenansprüche von Minijobbern

In Deutschland besitzen knapp 7,5 Millionen Menschen einen Minijob, davon über 60 Prozent Frauen. Eine solche geringfügige Beschäftigung auf 400 Euro Basis stellt dabei für zwei Drittel aller Minijobber die einzige berufliche Anstellung dar. Nur der Arbeitgeber zahlt beim Minijob verpflichtend einen Beitrag von 15 Prozent des Bruttogehalts in die Rentenkasse ein, für die Minijobber selber ist ihr Entgelt sowohl frei von Steuern als auch von Sozialabgaben. Deswegen sind die Rentenansprüche, die mit einem Minijob angesammelt werden können, sehr bescheiden.

So hat das Bundesarbeitsministerium kürzlich eine Berechnung veröffentlicht, nach der ein Angestellter, der 45 Jahre lang als Minijobber beschäftigt war, einen Rentenanspruch von lediglich 140 Euro monatlich erwirbt. Zwar ist zu berücksichtigen, dass Minijobber selbst den Beitrag des Arbeitgebers aufstocken können, um den allgemeinen Rentenbeitrag (derzeit 19,2 Prozent) zu erreichen. Dies führt nach 45 Beitragsjahren allerdings auch nur zu einer Rente von knapp 183 Euro monatlich.

Ergänzende Altersvorsorge von Minijobbern

Daher ist es Minijobbern nicht möglich, sich durch die Aufstockung durch eigene Beiträge vor der Altersarmut zu bewahren. Bei einigen Frauen mag eine weitere Altersvorsorge nicht unbedingt erforderlich sein, weil sie entweder durch ihren Ehemann abgesichert sind, oder über Einkünfte aus Kapitalvermögen in ausreichender Höhe verfügen. Aus diesem Grund sieht der Gesetzgeber gegenwärtig hier auch keinen großen Handlungsbedarf und will grundsätzlich an der derzeitigen Regelung von Minijobs festhalten. Allerdings soll künftig automatisch eine Aufstockung des Rentenbeitrages durch den auf geringfügiger Basis Angestellten erfolgen.

Darüber hinaus sollen Minijobber auch von der geplanten Zuschussrente profitieren können. Unabhängig davon ist allen Frauen, die nur als Minijobber arbeiten, eine zusätzliche Altersvorsorge zu empfehlen. Dafür stehen unterschiedliche Angebote zu Auswahl: Die staatlich geförderte Riesterrente kann eine gute Lösung, insbesondere für Frauen mit Kindern, darstellen. Aber auch private Rentenversicherung oder Sparpläne können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Frauen im Alter über ausreichende Bezüge verfügen. Wichtig ist nur, sich früh genug abzusichern, bevor die Altersarmut mit bedrohlichen Schritten näher kommt.

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